Der August 2015 in Rheinstetten:
Viel zu warm und sehr trocken bei überdurchschnittlicher Sonnenscheindauer
Temperatur
Auch der dritte und letzte Sommermonat im Jahr 2015 wartete mit einem
großen Temperaturüberschuss auf: 3.1 Grad betrug die Abweichung gegenüber
dem langjährigen Mittelwert von 18.5°C (1961-1990), die Mitteltemperatur
des Augusts lag bei 21.6°C;
legt man die Bezugsperiode 1971-2000 zugrunde, ergibt sich eine
Abweichung von 2.2 Grad.
Was schon für den Juli galt, setzte sich im August fort: In keinem anderen Augustmonat traten seit Eröffnung der
Station Rheinstetten im Jahre 2008 höhere Temperaturen auf.
Der August 2015 lässt sich in drei Abschnitte gliedern:
Einer extrem heißen ersten Monatshälfte folgte ein deutlich
kühlerer Witterungsabschnitt nach der Monatsmitte,
bevor der Monat mit seinen letzten 6 Tagen noch ein heißes Finale hinlegte.
Der August 2015 begann mit 14 Sommertagen in Serie, an denen
die Höchsttemperatur auf 25°C oder mehr stieg.
An neun dieser Tage überschritt das Thermometer sogar die 30°C-Marke
und mit einer Höchsttemperatur von 38.7°C am 7. wurde in Rheinstetten
ein neuer Temperaturrekord für den Monat August aufgestellt.
Kühl präsentierte sich der Zeitraum vom 15. bis zum 20.,
am 16. und am 17. wurden selbst tagsüber nicht einmal 20°C erreicht,
in der Nächten kühlte es sich mehrfach auf Werte unter 10°C ab.
Danach ging es mit der Temperatur wieder aufwärts, und bis zum Ende des Monats
konnten weitere 8 Sommertage und 4 heiße Tage verzeichnet werden.
Der letzte Tag des Monats brachte dann auch noch einen weiteren
Temperaturrekord: 35.2°C bedeuteten eine neue Bestmarke für die dritte Monatsdekade (21.-31.).
In der Summe konnten im August 2015 22 Sommertage und 13 heiße Tage verzeichnet werden.
Die höchste Temperatur lag bei 38.7°C (7.), die tiefste bei 8.6°C (26.).
Besondere Erwähnung verdienen darüber hinaus erneut die normalerweise sehr seltenen
Tropennächte mit einer nächtlichen Tiefsttemperatur von mindestens 20°C: Vier solcher Nächte
konnten gezählt werden.
Niederschlag
Die bereits im Juli geringe Niederschlagstätigkeit
blieb auch im August gering und vergrößerte das
seit Jahresbeginn aufgelaufene Regendefizit weiter.
Messbarer Niederschlag mit einer Tagesmenge von mindestens 1 mm fiel an nur 8 Tagen;
die Monatsmenge summierte sich auf 31.1 mm, das entspricht 39% der Norm von 79.2 mm.
Die Tage mit Niederschlag verteilten sich unregelmäßig über
den Monat hinweg, so dass längere vollständig trockene Witterungsabschnitte
nicht auftraten. Die größte Tagesmenge wurde am 9. mit 12.0 mm verbucht,
kein Regen fiel an 21 Tagen.
Sonne
Auch der August 2015 zeigte sich von seiner sonnigen Seite.
245.2 Stunden betrug am Ende die Sonnenscheinausbeute,
das sind knapp 24 Stunden mehr als es der langjährige
Durchschnittswert von 221.5 Stunden erwarten lässt.
Auch wenn sich im August die astronomisch mögliche Tageslänge
(Zeit zwischen Sonnenauf- und untergang)
von Monatsbeginn bis zum Ende rasant täglich um mehrere Minuten verkürzt,
verrichtete das Zentralgestirn doch häufig seine Arbeit noch an mehr als
10 Stunden. Das gelang 16 Mal, am längsten schien die Sonne am 3. mit 13.9 Stunden.
Weniger als eine Stunde kam die Sonne 5 Mal zum Vorschein und
an 2 Tagen ließ sie sich überhaupt nicht blicken.
Wind
Ein Sturmböe mit Windgschschwindigkeiten jenseits von 75 km/h (Bft 9) trat
auch im August nicht auf. Allerdings wurde dieser Schwellenwert am 13. mit 74.2 km/h nur
denkbar knapp verfehlt.
Vergleich mit dem August 2014
Gegensätzlicher können zwei Monate kaum ausfallen;
im Vorjahr wies der August die entgegengesetzten Vorzeichen auf:
Er war zu kalt, zu nass und zu trüb.
Mit einer Durchschnittstemperatur von nur 17.6°C
fiel der Vorjahresaugust fast 4 Grad kälter aus.
Nur 10 Sommertage (2015: 22) konnten verzeichnet werden,
ein heißer Tag war überhaupt nicht festzustellen.
Im August 2014 regnete es mehr als drei mal soviel wie im diesjährigen August (102 mm bzw. 31 mm)
und mit 14 Regentagen auch deutlich häufiger als 2015 mit nur 8 solcher Tage.
Während in diesem Jahr ein großes Niederschlagsdefizit (nur 39% der Norm) herrschte,
brachte der Monat vor einem Jahr mit 129% zu viel Nass, an drei Tagen mehr als 10 mm (2015: 1 Mal).
In Bezug auf die Sonnenscheindauer liegt zwischen
den beiden Augustmonaten eine Differenz von 49 Stunden;
daraus ergibt sich für 2015 für jeden einzelnen Tag des Monats eine um
durchschnittlich 1.6 Stunden längere Sonnenscheindauer.
Nur 89% der Norm konnten im Vorjahr gemessen werden, während es in diesem Jahr
111% waren.
Griße Windgeschwindigkeiten traten auch im Vorjahres-August nicht auf.
Die maximale Windböe erreichte Geschwindigkeiten von 60.8 km/h, während es
im August 2015 immerhin 74.2 km/h waren. In beiden Fällen erreichten
die Böen nicht Sturmstärke.
© Bernhard Mühr, 1. September 2015
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